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Im Filmbusiness gibt es ein böses Wort: Die Gerümpeltotale. Es bezeichnet das Dilemma des Kameramanns, dem nur die Totale bleibt, um all das Gerümpel ins Bild zu kriegen, mit dem der unerfahrene Regisseur das Set überladen hat.

Auch im Internetbusiness ist die Gerümpeltotale allgegenwärtig: Weil sich die Macher eines Web-Dienstes nicht zu einem klaren Fokus entschließen können oder nicht auf die Attraktivität der Grundfunktion vertrauen (manchmal zu Recht), überladen sie ihn mit periphären Features.

Meist erkennt man dieses Featuritis-Problem schon in den Presseaussendungen an Aussagen wie “Multimedia-Info-Community-Plattform” (salzburg24.at), “mit allen Features des Web 2.0 ausgestattet” (derwesten.de) oder “alles aus einer Hand” (salzburg24.at).

Drei Beispiele mit Österreichbezug, die alle in den letzten Wochen an den Start gingen:

1. Salzburg24.at

Die neue Regionalplattform von Eugen Russ’ Vorarlberger Medienhaus. Die Site ist eigentlich nur ein leicht aufgemöbelter Klon von Vienna Online, das schon seit zehn Jahren ziemlich *gähn* ist. Ein wilder Mix aus Nachrichten (die großteils aus APA-Meldungen bestehen), Suchmaschine, Fotos leicht bekleideter Mädels, Diskussionsforen, Veranstaltungstipps, Lokalführer, Partnervermittlung, Kleinanzeigen, Blogs, Videos, Flash-Games .. (die Liste ließe sich noch fortsetzen, aber mich freut’s nicht mehr).

Salzburg24.at

Man verpasst die Chance, ein klar umrissenes Profil für die lokale Zielgruppe zu entwickeln. Setzt mal einen Salzburger fünf Minuten vor die Website und lasst ihn dann sagen, was das ist! Ihn aufzählen zu lassen, was die Site nicht ist, ginge vielleicht schneller. Gerümpeltotale.

Nicht mal der verantwortliche Medienhaus-Manager Markus Raith kriegt eine knackige Tagline hin. Aus der Presseaussendung:

Online-Multimedia, Infos & News, Downloads, Uploads, Communities, Blogs, Jobs, Autos, Immobilien – wir bieten mit Salzburg24 alles aus einer Hand und informieren schneller als die anderen.

Aha.

2. Alpengluehen.com

Auf den ersten Blick muss ich sagen: fesch. Hier war ein talentierter Grafiker am Werk – die Farben, Formen und Texturen machen (mir) Lust auf den Dienst. Auch die Tatsache, dass sich in der tiefsten Provinz (Kärnten, das sonst mehr durch seinen Urlaub-bei-Feinden-Landeschef von sich reden macht) ein Startup an die Verknüpfung von Tourismus und Social Software macht, finde ich spannend.

Alpengluehen.com

Bei genauerem Hinsehen bleibt aber nur ein großes Fragezeichen zurück. Was ist das..? Nach längerem Suchen lautet die Antwort (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Ein Alpen-MySpace mit Weblogs, Video-, Musik- (“coming soon”) und Foto-Upload, Hotelbewertungen, Reiseführer, Veranstaltungsverzeichnis, Wetterkanal, Partnerbörse und sonst noch so einigem.

Ein kleines (menschenleeres) Mini-Internet mit allem was es sonst irgendwo gibt, nur schlechter. Alpen-Gerümpeltotale, nett dekoriert. Bezeichnenderweise dauerte die Entwicklung der Plattform von Gründung bis zum Launch auch mehr als ein Jahr, wie die Gründer Georg Holzer verraten haben.

Einen klaren Usernutzen hat man genausowenig definiert wie bei Coolaustria oder bei den Social-Software-Versuchen von AUA und ÖBB.

3. DerWesten.de

Das dritte Beispiel, DerWesten.de, Regionalplattform der WAZ-Gruppe für Deutschlands größten Ballungsraum, spielt größenmäßig in einer anderen Liga. Der Community-Bereich wurde von der Wiener Agentur Knallgrau entwickelt, und seine Funktionsbeschreibung klingt ebenso nach Gerümpeltotale:

DerWesten.de

Wer aber genauer hinsieht, erkennt wichtige Unterschiede: Erstens hat DerWesten.de durch seine Aufmachung und seine Integration mit fünf auflagenstarken WAZ-Printtiteln (deren Web-Adressen alle auf DerWesten.de umgeleitet wurden) ein klares Profil als Nachrichten-Plattform. Dieses Profil wird durch eine übersichtliche (nur 2 Spalten – bravo Lyssa!) und News-orientierte Gestaltung der Startseite weiter unterstrichen.

Und zweitens folgt das Web2.0-Feature-Potpourri einer klaren Strategie: Der Benutzer soll über die Kommentierbarkeit von Nachrichten zur Community kommen, dort durch Regionalisierung und Lokalisierung schnell Zusatznutzen und ihm bekannte Gesichter finden. Der darüber hinausgehende Feature-Reichtum wäre zum Launch nicht unbedingt nötig gewesen, bietet aber bei einer Plattform dieser Reichweite dem üblichen Promille an Power-Usern die Möglichkeit, Inhalte zu schaffen, die in Summe wiederum für die Plattform nutzensteigernd wirken. Eine Strategie, die erst ab einer gewissen Größe sinnvoll ist. Die WAZ war in der seltenen Lage, diese Reichweite schon ab Start annehmen zu können.

Im Detail gibt’s auf DerWesten.de noch jede Menge Optimierungspotential, aber den Vorwurf der Gerümpeltotale kann ich hier nicht machen. (Ich gebe zu, dass ich das ursprünglich vorhatte, denn die Community-Startseite vermittelt diesen Eindruck.) Das gewählte Featureset ergibt in diesem Fall durchaus Sinn.

(Disclaimer: Ich bin mit den Knallgrauen beruflich und privat freundschaftlich verbunden, hatte mit diesem Projekt aber nichts zu tun. Was ich darüber weiß, ist aus öffentlichen Quellen.)

Das Fazit für mich: Features müssen sich einem klaren Fokus unterordnen anstatt diesen zu verwässern. Im Zweifel auf wenige Funktionen konzentrieren und bei diesen dafür der Beste sein.

Related: Kathy Sierra’s Featuritis Curve:

Featuritis


Smi und ich haben kürzlich befunden, dass es Zeit ist, wieder mal ein BarCamp zu organisieren. Manfred steuert die Location bei. Damit ist es offiziell: Das 4. BarCamp Vienna findet am 26. Januar im WerkzeugH statt.

BarCamp Wien

Wolfgang, Smeidu, Michael: Seid ihr bei der Organisation wieder mit an Bord?

Österreichs größte Weblogs

November 26, 2007  

Habe dieses Wochenende (u.a. mithilfe eines noch unveröffentlichten Tools von Max – man darf gespannt sein ;-) mal geschaut, welche österreichischen Blogger wirkliche Reichweite haben, und dabei auch welche entdeckt, die ich noch nicht kannte.

A-Lister (by Hugh McLeod)

Hier also ein paar alpenländische Blog-Tipps:

Technorati und Feedburner sind derzeit m.W. die einzigen halbwegs brauchbaren Indikatoren für die Reichweite von Blogs. (Leider, übrigens.)

Update: Christopher macht in den Kommentaren gerade darauf aufmerksam, dass Thomas Fuchs‘ Blog mir.aculo.us in der Liste fehlt, das beachtliche 3584 Feed-Leser hat. Thomas ist Autor der weltweit äußerst populären Javascript-Library Script.aculo.us (die wir auch bei Bikemap einsetzen).

(Illustration (cc) by Hugh McLeod)

Servas Hauns! (Dichand bloggt)

November 26, 2007  

dichand (cc) by andrea dusl

Hans Dichand bloggt jetzt also. Was tut man nicht alles, um gegen den Willen der gewählten Volksvertreter eine Volksabstimmung zum EU-Vertrag durchzusetzen.

Trotzdem – und trotz der mir reichlich unsympathischen Blattlinie der Krone – ein herzliches Servas Hauns! unter Bloggern.

(via Fuzo, Bild (cc) Andrea Dusl)


futurezone:

Deutschland: “Data-Retention Gefahr für Demokratie” – Grüne wollen “Datensammlungswut” stoppen

Lieber Christoph, liebe Marie (und Freunde): So eine Headline würde ich mir auch von den österreichischen Grünen wünschen erwarten!

Related: Stasi 2.0


Eben erreicht mich per Mail die Frage: “Wie schafft man es, ohne Überziehungsrahmen Verzugszinsen zu zahlen?”. Hier seine Anleitung:

Das geht so: Überweist man bei der Easy-Bank sagen wir €1000 vom Spar- aufs (leere) Girokonto, erscheint im giftgrünen Browserwindow der Betrag binnen Sekunden ebendort (neuer Kontostand: €1000). Greift man nun innerhalb dieses Tages auf die 1000 Euro zu, zahlt man für diesen Tag jedoch trotzdem Überziehungszinsen, da das Geld eben nur scheinbar – aber nicht wirklich am Konto ist.

Denn: Valutadatum ist erst der folgende Tag, d.h. erst dann ist das Geld auch wirklich am Konto und nicht nur scheinbar. Ein kleiner aber feiner Unterschied in der Höhe von 9% Verzugszinsen. Und selbst der von mir bewusst auf Null gesetzte Überziehungsrahmen schützt offenbar nur davor, das Geld auszugeben, das wirklich nicht am Konto ist, nicht jedoch vor dem Ausgeben eines solch scheinbaren Guthabens.

Auf meine Nachfrage bei der Easy-Bank erhielt ich ellenlange Begründungen (Bankwesengesetz, ja ja, die AGBs etc.). Meine Frage, ob es sich nicht lohnen würde, auf den Sachverhalt der Scheinbarkeit dieses Guthabens deutlich hinzuweisen, wurde eher scherzend quittiert, da man bankseitig von einem Akademiker Baujahr 1972 erwartet, dass der diesen Sachverhalt kennen müsste. Das bittere Gefühl, meine Bankberaterin in dieser Hinsicht enttäuscht zu haben wird nur dadurch aufgewogen, sie dabei offenbar nachhaltig erheitert zu haben. Wie schön.

Irgendwie schon komisch, dass die Banken es schaffen, Abbuchungen innerhalb von Sekunden durchzuführen, die Aufbuchungen aber tagelang dauern (aber sofort angezeigt werden). Wo ist das Geld in der Zwischenzeit? (Ich tippe auf die Karibik.) Der VKI schätzt die so erschlichene Zinsdifferenz in Österreich auf jährlich €20 Mio. Ob da die Schäden aus solchen Überziehungszinsentricks – Insolvenz inklusive – schon eingerechnet wurden?

Kein Wunder jedenfalls, wenn sich der Mailschreiber eine andere Bank sucht. Ist halt doch nicht alles so easy, dort.

Klenk über die Novomatic

November 21, 2007  

Lesebefehl: “Das unheimliche Glück” von Österreichs quasi einzigem Aufdeckungsjournalisten (und Blogger) Florian Klenk, über das große Unglück mit dem “kleinen Glücksspiel” und einen österreichischen Glückspielkonzern mit Milliardenumsätzen, umtriebigen Anwälten und sehr guten Freunden in Politik und Polizei.

Ein Mordsskandal, von dem eigentlich immer jeder wusste (man muss sich ja nur die Automatencafédichte in Wien anschauen und das hochrechnen), und gegen den trotzdem bislang niemand aufstand. Danke Florian, danke Falter und danke Ulli Sima für den Mut, das endlich zu ändern.

(Siehe auch: Nein danke.)

Bier in Berlin?

November 16, 2007  

Bin Sonntag bis Dienstag mit Peter in Berlin – wer mit mir dort ein Bier trinken will, bitte melden. Das gilt besonders für meinen mir unbekannten regelmäßigen Bloglines-Leser aus Berlin! ;-)

s-bahn berlin

(photo: (cc) by chaosinjune)

So ein bisschen Schnee..

November 16, 2007  

..kann mich doch nicht vom Radln abhalten!

Mein Rad im Schnee

Web 2.0 ist..

November 15, 2007  

.. wenn du um Einschlafen zu können im Bett auf deinem iPhone noch schnell die Android-Präsentation anschaust, die du auf Youtube über die Liste “most popular videos today” gefunden hast. (“Web 2.0 ist..” via Max)

iphone youtube

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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