Bikemap als Trip-Tipp im Standard
August 10, 2007Rondo-Chefin Bettina Stimeder empfiehlt Bikemap in der heutigen Ausgabe des Standard als “Trip-Tipp”:
Dieses Portal besticht durch seine Funktion, nicht nur Standardrouten vorzustellen, sondern die Drahteselfans auch zur aktiven Partizipation zu motivieren: Touren kann, wer will, selbst hochladen, dazugeliefert werden detaillierte Beschreibungen des Wegs.
Wenn sowas in der Lieblingstageszeitung steht, freut es besonders. (Danke an Florian für den Hinweis.)
Vier Unbekannte und ein Gastgeber
August 8, 2007Gestern lud Michael zu einem seiner berüchtigten Kupplerabende Keiner-kennt-sich-Abendessen, mit spannenden Menschen und absolut köstlicher Menüfolge:
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Amuse Gueule
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Tomatenconsommé
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Geschmortes Lamm mit Paprikagnocci
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Birnen-Zimt-Törtchen mit Vanillecreme
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Als Weinbegleitung:
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Traminer Sekt, 2004
Weingut Steininger, Kamptal, Niederösterreich* * *
Sauvignon Blanc Steirische Klassik, 2006
Weingut Tement, Südsteiermark* * *
Feathertop Shiraz, 2003
Vinery Boynton, Alpine Valley, Australien* * *
Spätlese, 2005
Weingut Tschida, Neusiedlersee, Burgenland* * *
Dazu eine Auswahl erlesener Schnäpse und Portweine. Dementsprechend verwunderlich, dass sich die Gespräche um ernste Themen wie Ehrlichkeit, alternative Lebenskonzepte, Astrologie, ████s Liebesleben und Kochen drehten und nicht um Gossip oder derbe Witze.
Trotzdem ;-) ein sehr netter Abend bis (wieder mal..) frühmorgens, für den Karin schon eine Fortsetzung angekündigt hat. Danke, Smi!
Der feuchte Traum von Web2.0
August 3, 2007Dieter schickt mir eben zwei Links und schreibt dazu:
ich kann nicht mehr – ich bekomm magengeschwüre wenn österreichische unternehmen verkünden sie sind nun im web2.0 – magst du?
Also gut. Die beiden Links sind austrian-reiseforum.com, wo die österreichische Staatsairline versucht, user-generierte Reisetipps abzugreifen, und inmotion.oebb.at, wo die österreichischen Staatsbahnen davon träumen, dass mirakulös ein brauchbares “Reisewiki” entsteht.

Mal ganz abgesehen davon, dass beide Plattformen fetzenschlecht umgesetzt sind: Wie kommen Bahn und Airline auf die Idee, dass ein bisschen bunt angefärbelte Software reicht, um ein erfolgreiches soziales Medium auf die Beine zu stellen? Ich kann mir nur vorstellen, dass da entweder jemand einem Vorstand beim Golfen “Heast, ihr MÜSST was Webzweinulliges machen, das ist DER Trend” ins Ohr geflüstert hat oder man einen Rahmenvertrag mit den umsetzenden Agenturen hatte, der fürs laufende Jahr halt noch irgendein weiteres Projekt vorsah.
Wie schon bei der Österreich-Werbung (deren Plattform seit Launch müde dahindümpelt, obwohl sie im Vergleich noch richtig gut gemacht ist), hat man sich offenbar keine Gedanken gemacht, warum User ihre wertvollen Tipps gerade auf diesen Plattformen parken sollten.
Aus einem alten Social-Software-Lehrstück: Personal value precedes network value. Der persönliche Wert der Nutzung dieser Plattformen ist aber ungefähr so groß wie der Traum von Web2.0 feucht trocken. Dieter, hast was Gutes gegen Magengeschwüre? Mich zwickt’s auch schon.
Update 9.8.: Martin Schobert von der Österreich-Werbung nimmt in den Kommentaren ausführlich Stellung, und Jörg Linder hat sich die Usability des Austrian-Reiseforum genau angesehen.
Politikerblogs für den Standard kommentiert
August 2, 2007Tom Schaffer vom Standard hat mich gebeten, eine Liste österreichischer Politikblogger zu kommentieren, sozusagen aus Bloggersicht. Rausgekommen ist eine Ansichtssache auf derstandard.at.
Meine Kommentare ungekürzt:
- Andreas Schieder, (SPÖ)
Schieder bloggt selten, nicht selten langweilig und immer auf Parteilinie. Erreicht damit nur die, die ihn eh schon wählen. - Caspar Einem, (SPÖ)
Einems “Blog” fehlen einige Eigenschaften eines solchen, aber die Texte sind persönlich und wirken selbstgeschrieben, die Handy-Fotos authentisch und uneditiert. - Christoph Chorherr, (Grüne)
Der vermutlich erfolgreichste Politikblogger Österreichs. Schaffte mit seinem Blog 2005 den erfolgreichsten Vorzugsstimmenwahlkampf aller Nicht-Spitzenkandidaten in Wien und hat sich seitdem einen Stamm an vielen hundert treuen Lesern aufgebaut, die seine Themen ins Land hinaustragen. Geht allerdings wie die meisten nicht auf andere Blogger ein, zudem erschwert die kreative Rechtschreibung das Lesen mitunter. - Erwin Buchinger, (SPÖ)
Verwechselt Bloggen mit Tagebuch-Führen. Wen interessiert, wann Herr Buchinger jeden Tag aufsteht? Das langweiligste Blog von allen. - Hannes Swoboda, (SPÖ)
Swoboda verlinkt keine externen Quellen und will offenbar auch nicht verlinkt werden (es fehlen die Permalinks). Das hat mit Blogging wenig zu tun. - Johannes Rauch, (Grüne)
Rauch zeigt mit hunderten Reaktionen aus der Blogosphäre und erfolgreichem Agenda-Setting (wie jüngst in der Sache der Silvretta-Arena) wie Bloggen geht. - Jürgen Wutzlhofer, (SPÖ)
Bloggt selten, aber dann seine persönliche Sicht, nicht die der Partei. Erfrischend. - Karin Hakl, (ÖVP)
Bloggt auf einer verschlimmbesserten WordPress-Installation, was den Konsum nicht immer einfach macht. Ein Eingehen auf Kommentierende und andere Quellen ist nicht zu beobachten. Ansonsten sauberes Mittelmaß. - Karlheinz Klement, (FPÖ)
Klement “bloggt” ausschließlich in der dritten Person, der schreibende Mitarbeiter versucht also wenigstens nicht einmal, den Anschein des Bloggens zu wahren. Insofern fast löblich. Ebenfalls mit unverständlich verhunzter WordPress-Installation, aber das passt zu den Inhalten. - Laura Rudas, (SPÖ)
Keine Permalinks, keine Kommentare, kein RSS, kein Diskurs mit anderen Blogs – das ist nicht Bloggen. Zu ihrer Verteidigung muss gesagt werden, dass sie das Wort “Weblog” dabei auch nicht strapaziert. - Marie Ringler, (Grüne)
Ringler bloggt seit Jahren konsequent von ihrem Handy – kurz, authentisch und mit unscharfem Foto. Ein echter, über die kleine und treue Fangemeinde hinausgehender Diskurs will so aber nicht aufkommen. (Disclaimer: Ich kenne und schätze Marie privat.) - Michi Mojzis, (ÖVP)
Mojzis ist eine der wenigen, die aktiv auf Kommentierende eingeht und auf Kommentare antwortet. Diese allerdings sind spärlich gesät, was vermutlich daran liegt, dass sie kaum selbstkritisch, abseits der Parteilinie oder wenigstens aus der Innenperspektive postet. - Peter Pilz, (Grüne)
Peter Pilz, der Veteran der österreichischen Politikblogger, macht es richtig. Dutzende Kommentare pro Eintrag und zahlreiche Medienreaktionen zeugen von einem authentischen und kontroversiellen Blogger. Der Blogosphäre verschließt er sich aber durch die falsche Software völlig – diese kennt keine Permalinks. - Petra Bayr, (SPÖ)
Hat 2006 zum letzten Mal gebloggt, schade. - Reinhold Lopatka, (ÖVP)
Lopatka bloggt regelmäßig und kompetent, obwohl ich mich frage, ob er die Texte selbst schreibt. Auch er geht nicht auf andere Quellen, Blogger oder Kommentierende ein – die Kommentare werden gar erst nicht veröffentlicht sondern gehen per Email an sein Team. - Ulrike Lunacek, (Grüne)
Lunacek setzt auf die richtige Software, geht auf Kommentierende ein, bloggt häufig und persönlich – und es ist nur wenig Widerhall festzustellen. Was fehlt? Ein Eingehen auf andere Teilnehmer der Blogosphäre. Ein bisschen mehr Kontroverse würde auch nicht schaden.
Daraus zu folgern, dass die Grünen das Thema Bloggen als einzige verstanden haben, wäre übrigens falsch. Die überwiegende Mehrheit der grünen Mandatare sind in der Blogosphäre so präsent wie das BZÖ: Gar nicht.
Schmutziger Wahlkampf auf Youtube
August 1, 2007In den USA kann man derzeit ein spannendes Beispiel von Guerilla-Spindoctoring via Youtube erleben. Der anonyme User Abrad2345 postet Videos von sich, in einem Auto unqualifiziert über Politiker schimpfend:
Das Ganze ist als Unterstützung für Rudy Giuliani ausgewiesen, dürfte aber eher von der Gegenseite kommen. Auch republikanische Blogger rätseln, woher das Material stammt. Entsprechende Gerüchte haben sich bislang als gezielt gestreut erwiesen.
Schon in den vergangenen US-Wahlkämpfen war Social Media ein Thema, mit Howard Deans “Dean for America“-Kampagne als bislang bestem Beispiel. Und bei den Vorwahlen der Demokraten platzierte das Umfeld von Barack Obama ein böses Anti-Clinton-Video, das auf Youtube 3,5 Mio. Mal angesehen wurde.
Die Affäre Abrad2345 könnte noch Lonelygirl15-Dimensionen erreichen, es bleibt also spannend. (via Good Magazine)




