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Schwierige Entscheidungen

August 31, 2007  

Das Abwerben von Mitarbeitern von einer befreundeten Firma ist (für mich) ein No-Go. Was allerdings, wenn es sich um Mitarbeiter handelt, die man selbst zuvor dieser Firma (unentgeltlich) vermittelt hat?

Darum hab ich damals betont, dass das eine Ausnahme darstellt – ich wär ja schließlich blöd, mich so von meinem eigenen Netzwerk abzuschotten. Also sauber. Ein Nachgeschmack bleibt für mich trotzdem – weil es wehtut, wenn gute Mitarbeiter gehen.

Go Team, (cc) Hugh McLeod
(cc) Hugh McLeod


Die vernünftigste parteipolitische Wortmeldung zur relativ entbehrlichen Wikiscanner-Aufregung lieferte gestern Marie Ringler:

Es liegt in der Natur von Wikipedia und ist gleichzeitig auch dessen große Stärke, dass jeder Einträge verändern kann. (..) Ringler legt jedenfalls den Parteistrategen von ÖVP und SPÖ das Nachlesen der BenutzerInnenguidelines von Wikipedia ans Herz: de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Richtlinien. (Quelle)

Marie hat mich vor der Aussendung um Input gebeten, und ich habe sinngemäß geantwortet, dass mich politisch motivierte Änderungen weder verwundern noch aufregen, da auch die Wikipedia einem (allerdings argumentativen) Spiel der Kräfte unterliegt, und Edits mit Schlagseite (POV vs. NPOV) ohnehin relativ schnell neutralisiert werden.

In diesem Sinne kann ich auch “Parteifuzzi” Michi Mojzis zustimmen, die die Wikipedia weiterhin angstfrei nutzen können will. Trotzdem sei ihr und jedem potentiellen Selbstdarsteller vorher die Lektüre dieses Textes empfohlen. Der Artikel über Mojzis ist übrigens ein Beispiel dafür, dass auch parteiische Autoren halbwegs neutrale Texte schreiben können: Er wurde fast zur Gänze von einem Benutzer namens “Oevp bgf” verfasst.

Never underestimate..

August 22, 2007  

..the Macht of Blogs: Bananendiät – siehe Nummer eins und drei.

Nix Vertreter 2.0

August 22, 2007  

Schade ist es, wenn an sich weitgehend berechtigte Kritik in einem Medium abgegeben wird, das keine Kommentarfunktion kennt (weshalb sich Tumblelogs für wertende Beiträge auch nicht sonderlich eignen).

Anyhow. Ich finde nicht, dass das kritisierte Posting von mir als verdeckte Marketingaktion durchgeht – er war das Resultat einer Blödelsession, die zugegebenermaßen nicht passiert wäre, hätte ich nicht irgendwann zwei Kartons dieser Energydrinks geschenkt bekommen, die dann ewig bei mir rumgestanden sind.

Gott segne den Atheismus

August 17, 2007  

Und noch eine Youtube-Entdeckung: Die wunderbaren Polemiken von Pat Condell gegen Religion, wie zum Beispiel “God bless Atheism”:

Es finden sich eine ganze Menge weiterer Köstlichkeiten von ihm über Juden und Jerusalem, Politics and Religion, Hello America oder, als Antwort an die Youtube-Community Am I a racist?.

Und weil’s zum Thema passt: Hitchens vs. Sharpton, das einenhalbstündige Streitgespräch des Parade-Atheisten Christopher Hitchens mit dem wortgewaltigen Reverend Al Sharpton. (Danke an meinen Bruder für den Tipp.)


Was macht man spätabends, wenn man zu müde zum Arbeiten und zu wach zum Schlafen ist? Genau, fernsehen. Nur blöd, dass ich keinen Fernseher habe.

Über ein Bookmark von Peter bin ich auf diese vortreffliche Sammlung von Sendungen der Reihe “Mit offenen Karten” von ARTE gestoßen. Die beste Sendung wo gibt. (Nur schade, dass es keinen RSS-Feed zur Suche gibt. Update: Walter hat einen Workaround gefunden.)

Nicht nur große Stoffe wie die Außenpolitik der USA, Terrorismus (Teil 2, 3), Prognosen für 2030 oder der EU-Beitritt der Türkei werden behandelt, auch exotische Themen wie Indigene Völker, Belutschistan, Produktionsverlagerungen, der Tschad oder Chinas Gesundheitssystem und ein paar Dutzend andere haben ihren Platz. Geopolitik infografisch aufbereitet, einfach fantastisch.

ARTE plus Youtube ist meine Traumkombination schlechthin. Würden meine TV-Gebühren an ARTE fließen, würde ich glatt freiwillig wieder welche zahlen.

Sorry Mädels, die nächsten 3 Wochen muss ich also alle Abendtermine absagen (und dann bewerbe ich mich zur Millionenshow).

Update 11.3.: Siehe auch kartenspieler.wordpress.com (Danke an Juri für den Tipp!)


Als ich mit Peter im Winter auf dem Weg von Ghana nach Burkina Faso war, lernten wir an der Grenze (mit der wunderbar doppeltdeutigen Verabschiedung, siehe Foto) einen ghanaischen Mitarbeiter des West Africa Trade Hubs kennen, der am Weg zu einer Antikorruptionskonferenz in Ouagadougou über die in Westafrika so häufigen Straßenkontrollen war.

byebye safe journey (©: West Africa Trade Hub)

Bei Elodie lese ich gerade, dass die Organisation jetzt einen Report veröffentlicht hat, der die Straßenkorruption auf internationalen Transportrouten dokumentiert. Dazu haben sie LKW-Fahrer ein halbes Jahr Daten sammeln lassen. So müssen LKWs in Mali pro hundert Kilometer an vier bis fünf Straßensperren durchschnittlich $25 Schmiergeld zahlen. Ein Spediteur berichtet, dass er vom wichtigen Regionalhafen Lomé nach Bamako und zurück (ca. 2500km) 600$ an Schmiergeld kalkulieren muss, von den unzähligen Stunden Zeitverlust ganz zu schweigen. Was das für die Wirtschaft dieser Länder bedeutet ist klar.

Roadblocks Ouaga (©: West Africa Trade Hub)

Wir zahlen auf unseren Fahrten durch Westafrika an diesen Checkpoints so gut wie nie Bakshish, das kostet allerdings bisweilen Zeit und Nerven. Außerdem dürften PKW-fahrende Weißnasen nicht die Haupteinnahmequelle sein, das sind die LKWs, die man nicht ohne was abzudrücken weglässt. Diesbezüglich am korruptesten habe ich übrigens Mali in Erinnerung, gefolgt von Ghana.

(Image credit and ©: West Africa Trade Hub)

Restposten24 rudert zurück

August 13, 2007  

Nachdem man mich mit Abmahnung und Schadenersatzforderungen bedroht hat und das ganze in der Blogosphäre einige Wellen geschlagen hat (mein Posting ist auch schon #5 bei Google), rudert der Geschäftsführer von Restposten24, Markus Filler, nun in einem Weblogkommentar zurück und entschuldigt sich vage bei “einem Seitenbetreiber” (ich nehme an, das meint mich):

Hallo Blogger,

vielen Dank für Ihre positiven und negativen Anfragen. Wir beantworten gerne Ihre Fragen und hoffen im Gegenzug auf eine faire “Blog”- eandlung.

[Snip – hier stand ein Werbetext über die Plattform mit Lobpreisung hoher Zugriffszahlen. Anm. von Helge]

Aufgrund der hohen Nutzerzahlen und Artikel kann es immer wieder vorkommen, das ein Händler in irgendeiner Weiße unzufrieden ist und zu unrecht falsche Behauptungen über Restposten24 verbreitet. Wir bedauern es sehr, auch wenn dies zu unserem Unrecht passiert.

Wie genau es zu einer evtl. voreiligen Klageandrohung gegen einen Seitenbetreiber kam, kann von mir leider nicht nachvollzogen werden. Vermutlich war aber unsere Rechtsabteilung in dieser Angelegenheit etwas voreilig und wir bitten dies zu entschuldigen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Filler
Geschäftsführer
Restposten24 GmbH

Darauf zitiere ich mal den Antwortkommentar von Christian: “In einem dieser großen Unternehmen kann es schon mal vorkommen, dass die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut…” ;-)

Hrn. Fillers Rechtschreibschwäche ähnelt auch der seiner “Rechtsabteilung” sehr, aber solche Zufälle soll es ja geben. Ich will zumindest mal eine gewisse Lernfähigkeit anerkennen.

Nur, Herr Filler, der Sie jetzt wieder zum vernunftgetriebenen Kaufmann geworden sind: Rufen Sie bitte Frau Terbu an und entschuldigen Sie sich bei ihr! Persönlich – nicht per “Hallo Blogger”-Weblog-Kommentar und “vermutlich”-Relativierung. Und: Sie möchte nach wie vor von dem – sagen wir mal so – unglücklich zustandegekommenen Händlervertrag zurücktreten.

Update: Nachdem nun auch die Zuckerwatte Entwarnung gibt, hab ich den letzten, etwas zu unversöhnlichen Absatz gelöscht. Update2: Nun ganz gelöscht (vorher durchgestrichen).


Eben erreicht mich folgende Nachricht:

Sehr geehrter Webseitenbetreiber,
bitte löschen sie unverzügl. den unwahren Beitrag:
http://www.helge.at/2007/08/schlechte-erfahrungen/
Spätestens jedoch bis zum 14.08.2007 12.00 Uhr.
Sollte wieder erwarten keine Löschung erfolgen, werden wir weitere rechtliche Schritte einleiten. Sollten sie den Beitrag nicht löschen sondern ergänzen oder ändern erfüllt dies ebenfalls nicht unsere Anforderungen und wir werden ohne weitere Ankündigung Ihnen eine Unterlassungserklärung übersenden und Schadenersatzforderungen zustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Restposten24 GmbH
Rechtsabteilung

Darauf ich:

Sg. Damen und Herren von der Restposten24 GmbH,

ich lösche den Beitrag gerne, so Sie mir verständlich machen können, worin die Unwahrheit meines Beitrags liegt. Bitte teilen Sie mir bis 14.08.2007, 10:00 mit, welcher Satz / welche Sätze aus Ihrer Sicht unwahr sind.

(..)

Sollten Sie nicht in der Lage sein, die Unwahrheit einer meiner Aussagen glaubhaft zu machen, würde ich Sie dringend ersuchen, von entsprechenden Diffamierungen in Hinkunft abzusehen. Sollten sie diese jedoch weiter tätigen (noch dazu in einem öffentlichen Forum, siehe http://www.helge.at/about/, Seitenende), behalte ich mir vor, eine Unterlassung gerichtlich einzufordern.

Dieses Email geht in Kopie an den Anwalt meines Vertrauens.

Mit freundlichen Grüßen,
Helge Fahrnberger

Eigenartige Rechtsauffassung, das. Braucht es wieder einmal die Blogosphäre um jemandem beizubringen, wie das mit der Meinungsfreiheit in der Verfassung gemeint ist?

PS. “Wider Erwarten” schreibt man immer noch mit kurzem i, darauf hat euch doch die Zuckerwatte mittlerweile hingewiesen..

Update: Das ganze wird immer skuriler, den armen Axel bedrohen die ebenfalls mit Klage – wegen eines Kommentarsmilies (!). Er hat seinen Anwalt eingeschaltet.


Die Zuckerwatte a.k.a Dani hat schlechte Erfahrungen mit Restposten24.at gemacht, und sachlich darüber gebloggt. Die Betreiber der Seite bedrohen sie nun mit rechtlichen Schritten – mit der Begründung, sie würde Unwahrheiten verbreiten.

Das halte ich für ganz schlechten Stil. Richtig wäre gewesen, die Kommentarfunktion für eine Gegendarstellung zu nutzen – und mit etwas Kulanz aus einer frustrierten Kundin eine zu machen, die sich gehört fühlt. Denn eine alte Weisheit sagt: Es gibt niemanden, der je einen Streit mit einem Kunden gewonnen hätte.

Man konnte die Zuckerwatte zwar dazu bewegen, den Beitrag zu löschen, weil sie sich rechtliche Schritte nicht leisten will, doch das Internet hat ein langes Gedächtnis. (Und falls jemand auch gegen diesen Beitrag vorgehen will: Nur zu, der Rechtsanwalt meines Vertrauens ist bereits vorgewarnt, und die Versicherung langweilt sich eh sonst.)

Update: Dani hat nun nach einer neuerlichen Drohung auch den Bericht über die Klagsdrohung offline genommen, siehe hier. Schade, denn es handelte sich dabei meines Erachtens um hierzulande verfassungsrechtlich geschützte (nicht beleidigende) Werturteile und leicht belegbare Tatsachenbehauptungen à la “haben mir ein Email geschickt”. Eine Klagsdrohung per Email ist harmlos, auch eine anwaltliche Abmahnung würde mich in einem solchen Fall nicht dazu bewegen, den Beitrag zu löschen. Ganz abgesehen vom Staub, den eine Abmahnung oder gar Klage aufwirbeln würde – der Schaden für die Firma wäre ein ungleich größerer als jetzt durch den Beitrag selbst entsteht. Blogger dieser Welt: Nicht so schnell klein beigeben!

Noch mal an den Beitreiber von Restposten.at, just in case: Jede Tatsachebehauptung in diesem Posting ist belegbar (ich habe Screenshots), jedes Werturteil klar zulässig. Falls Sie mich trotzdem kontaktieren möchten, behalte ich mir vor über den weiteren Lauf der Dinge zu berichten.

Update 2: Restposten24.at will’s wissen
Update 3: Restposten24 rudert zurück

Common misspellings: Farnberger, Fahrenberger, Farenberger, Fahnberger, Fahrnleitner, Fahrngruber, Fahrnberg.
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