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Warum ich mich instrumentalisieren lasse

Als die Einladung der ÖVP kam, war mir klar, dass wir es schwer haben werden, uns nicht instrumentalisieren zu lassen. Wir sind – wie auch die tradionellen Medien – ein Instrument von Zielgruppenmarketing. Alexandra Nussbaumer, Abteilungsleiterin Zielgruppenmarketing der Partei, lässt uns auch nicht einen Moment aus den Augen.

Die ÖVP will durch diese Einladung Offenheit und Modernität demonstrieren und eine urbane, vernetzte Zielgruppe ansprechen, bei der sie bislang schlecht abschneidet. Gestern abend wurde uns Generalsekretär Hannes Missethon (er spricht gerade*) vorgestellt, und er hat innerhalb von 50 Sekunden jede Message der Offenheit platziert, die man platzieren kann. “Schreibt was ihr wollt..”, “Haltet euch in keiner Weise zurück..”, “Die Gesellschaft verändert sich, auch wenn das die ÖVP manchmal nicht wahrhaben will. Es is’ hoit net leicht..” Zielgruppenorientierte Kommunikation. Herr Missethon, an den Taten werden Sie gemessen.

* Ein paar Zitate: , “I woar Fuaßballer, do hob i aans glernt..”, und Sozialdemokraten nennt er immer noch Sozialisten, “eine der führenden Parteien in Europa, was Internettechnologien betrifft”

Wir kommen also nicht umhin, uns instrumentalisieren zu lassen. Ich habe die Einladung trotzdem angenommen, denn die Instrumentalisierung läuft auch in die Gegenrichtung. Ich weiß, dass hier viele Funktionäre von der ÖVP mitlesen. Ich werde die Gelegenheit nutzen, euch meine Position zu einigen eurer Positionen zu verraten. Und vor allem: Es beginnt die Ära der partizipativen, vernetzten Demokratie. Auch wenn es mehr Sinn machen würde, wenn Politiker selbst bloggen und mit der Blogosphäre ins Gespräch treten als wahllos ein paar Blogger einzuladen – die Aufmerksamkeit wird der bloggenden Zunft nutzen. Auch wenn wir uns dafür ein bisschen instrumentalisieren lassen müssen.

Dieter zum selben Thema: Was tun wir hier eigentlich.

Dieter, Georg, Tom

Dieter, Georg und Tom, bloggend.

4 replies on “Warum ich mich instrumentalisieren lasse”

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