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unser society-finanzminister hat sich jetzt komplett disqualifiziert: er fordert die abschaffung der erbschaftssteuer (die in AT eh schon zu niedrig ist).

diese wird hierzulande nur als finanzierungsquelle für den staat betrachtet, nicht als gesellschaftliches steuerungswerkzeug. in den USA – wo ein ähnlich flach tickender politiker präsident ist und die steuer ebenfalls abschaffen wollte – findet wenigstens eine diskussion über die ursprünglichen gründe (pdf, aber lesenswert!) der steuer statt.

warren buffet, als einer der reichsten amerikaner eigentlich nutznießer einer abschaffung:

Repealing the estate tax would be a terrible mistake, the equivalent of choosing the 2020 Olympic team by picking the eldest sons of the gold-medal winners in the 2000 Olympics. (quelle)

buffet hat gemeinsam mit bill gates sr., george soros, einigen rockefellers und anderen superreichen 2001 eine ganzseitige anzeige in der NYT gegen die abschaffung der erschaftssteuer geschalten:

Anzeige Erbschaftssteuer USA

ebenso in deutschland: reiche wollen steuer zahlen. wo bleibt der aufschrei der österreichischen intellektuellen und reichen?


 

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10 Comments
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[…] eine reiche Minderheit, die mittelständischen Leistungsträger zahlen die Zeche. Siehe auch Erbschaftssteuer beibehalten, Grasser feuern. Molterer sprach von “einer Gesellschaft, in der sich die Leistungsträger an den Rand […]

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#1220 Laura says on April 23, 2007 at 6:15 pm
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Ganz abgesehen davon, dass ich Steuern insgesamt nicht sonderlich gut gesonnen bin, muss man wohl feststellen, dass die Erbschaftssteuer ein Steuer ist, die Vermögen DAS SCHON MAL BESTEUERT wurde, besteuert.
Gut, dass sie weg ist.

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#1224 Helge says on April 24, 2007 at 12:55 am
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@Laura: Mit diesem Argument musst du aber auch gegen die Umsatzssteuer auftreten, denn die zahlst du mit Geld, das du zuvor bereits versteuert hast (Einkommenssteuer).

Ohne dich zu kennen, gehe ich übrigens davonaus, dass du zu den großen Gewinnern meiner Vorschläge zählen würdest (niedrigere Einkommenssteuern) – wie übrigens die Mehrzahl der Österreicher.

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#1243 Andreas Pizsa says on April 24, 2007 at 12:00 pm
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@Mwst:

wie eine Steuer benannt wird ist ja unabhängig von den dahinter liegenden Vorgängen zu betrachten, nicht wahr? Also insofern: ja selbstverständlich auch gegen MwSt, Getränkesteuer, Mineralölsteuer, usw. Nicht zu vergessen, dass Passgebühren usw auch versteuertes Einkommen sind, damit doppelt so hoch wie wahrgenommen.

Alles zusammen führt dies zu einer Zwangsabgabenbelastung von 70%. (http://www.zingel.de/taxes01.htm) – ein historisch kaum dagewesenes Maß an Beanspruchung der Arbeits- und damit Lebenszeit der Menschen.

@Gewinnen: allein dass jemand von einer Handlung profitiert rechtfertigt nicht die Handlung per se – unabhängig davon, wieviele es betrifft.

lG,A.

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#1245 Helge says on April 24, 2007 at 12:37 pm
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@Andreas: Gegen Steuern aufzutreten ist müßig.

Erst wenn du jemanden überzeugt hast, dass ein Großteil der Staatsausgaben sinnlos ist (dh. Infrastruktur, Gesundheit, innere und äußere Sicherheit und alle sonstigen Steuerungsmaßnahmen – daher übrigens der Name) und Private diese Aufgaben erledigen sollten, macht es Sinn die Abschaffung von Steuern zu fordern.

Ich bin in einigen Punkten dieser Meinung (Private statt Staat), in den meisten jedoch nicht. Ich möchte nicht in einem Markt ohne (repräsentativ- oder partizipativ-demokratisch beschlossene) Steuerungsmaßnahmen leben.

Insofern müssen wir uns halt einfach damit abfinden, dass wir politisch unterschiedlich getaktet sind.

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#1255 Andreas Pizsa says on April 24, 2007 at 6:30 pm
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> Erst wenn du jemanden überzeugt hast, dass ein Großteil der Staatsausgaben sinnlos
> damit abfinden, dass wir politisch unterschiedlich getaktet sind

Lieber Helge, verzeih mir bitte meine Persistenz… aber diese Frage halte ich für überhaupt nicht politisch sondern höchst persönlich. Ich respektiere gerne, wenn Dir die Diskussion am A… vorbei geht, wie Du mit “müssen wir uns halt einfach abfinden” andeutest – besonders deswegen aber bitte ich kurz um Deine Aufmerksamkeit. Es ist nämlich leicht stinken mit vollen Hosen ;) bzw ist etwas Wesentliches gern einmal beiseite gewischt, wenn einer schlicht am längeren Ast sitzt.

Zum Sinn von Staatsausgaben:

Was ist sinnvoll?

Sinn liegt immer im Auge des Betrachters und kann nicht von aussen bestimmt werden. Tatsächlich kann es sogar für den Einzelnen sehr schwierig sein, Sinn für sich selbst zu finden – und allein schon aus dieser Warte her unmöglich ist es, Sinn für andere Menschen zu definieren. Sei spontan, liebe mich, freu’ Dich, sieh’ Sinn sind keine effektiven Aufforderungen, weil sie nicht “funktionieren”.

Sinn – und darauf folgend Wert-schätzung und Wert – ist immer subjektiv (Näheres dazu bei Viktor Frankl aber auch beim kürzlich leider verstorbenen “Radikalkonstruktivisten” Paul Waztlawick.)

Deshalb kann die Frage, ob etwas für jemanden Sinn macht oder für ihn wertvoll ist – eine Anschaffung, eine Tätigkeit, eine Unterlassung, eine Beobachtung, was auch immer – nur vom Betroffenen selbst beantwortet werden.

Dem Einzelnen seine Fähigkeit zur eigenen persönlichen Beurteilung, Wertschätzung und Sinngebung abzusprechen oder auch nur einzuschränken ist ein wesentlicher Eingriff in seine Persönlichkeit und sein Mensch-sein.

Das ist ein sehr wesentlicher Punkt, der weit über einen moralischen “Respekt” oder einer oft beschworenen, aber oberflächlichen “Toleranz” hinausgeht; und den ich nicht so en passant als “gleichwertig gültige, aber leider unterschiedliche Meinung” eben im Sinne einer solchen “Toleranz” abqualifiziert sehen möchte. Diese Büchse der Pandora sollte man nicht unwidersprochen geöffnet lassen.

Aber zusammengefasst: es ist nicht notwendig, jemanden von Sinnlosigkeit zu überzeugen, denn die Welt ist per se sinnlos, wenn man so will ;) Vielmehr liegt es beim Anbieter, jemanden vom Sinn seines Angebots zu überzeugen, bzw. etwas zu schaffen, dessen Sinn der Abnehmer erkennt. Damit ist aber noch kein Wort über den ebenso subjektiven Wert gesprochen…

Kurz: wie sehr “Staatsausgaben” sinnvoll oder sinnlos sind kann pauschal niemals beurteilt werden.

Doch greift diese Frage auch schon einen Schritt zu weit: denn noch bevor eine Regierung ihre Ausgaben tätigen kann, nimmt sie sich das Geld auch jener Menschen, die gegen gewisse Vorhaben ausdrücklich Stellung bezogen haben. Ich bin überzeugt, dass man über den Sinn von zB Abfangjägern lange diskutieren kann – doch das ist eben nicht die Frage, denn die Sinngebung wird vollkommen ignoriert; zum Schaden selbst kommt also noch der Spott, dass der in seiner Würde verletzte Mensch auch noch Teil seines Lebens dafür aufbringen muss, um Maßnahmen zu finanzieren, die gegen seinen ausdrücklichen Willen stattfinden, ja ihn möglicherweise gar schädigen.

Und um nun das Unpolitische dieses Vorgehens einzubringen: wenn Du dafür eintrittst, dass ich die Hälfte meiner Arbeits- und damit meiner Lebenszeit gezwungener Maßen unfrei abtreten muss (nur das Tauschmittel Geld abstrahiert den Akt der Sklaverei), dann ist das durchaus eine Frage, die uns beide direkt betrifft – findest Du nicht?

Liebe Grüße,
Andreas

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#1256 Helge says on April 24, 2007 at 6:52 pm
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Andreas, zum letzten Absatz:

Wenn du dich nicht damit abfinden kannst, kein mehrheitsfähiges Gesellschaftsmodell zu vertreten, und dieses Unterliegen als Gewalt oder Sklaverei empfindest, so sei dir das unbenommen. Ich sehe das anders.

Repräsentativ-demokratische Entscheidungsprozesse müssen einem nicht schmecken, sind aber Realität.

Im Übrigen bin ich ein vergleichsweise radikaler Verfechter massiver Entlastungen des Faktors Arbeit.

Der Grund, warum ich schreibe “Wir müssen uns halt damit abfinden, dass wir politisch unterschiedlich getaktet sind” ist, dass ich wenig Chance sehe, dass sich einer von uns inhaltlich bewegt.

Das Ergebnis ist also eine Diskussion, die nirgendwo wirklich hinführt, dafür sind wir beide “ideologisch” zu gefestigt. Wichtig ist mir aber zu sagen, dass ich deine Argumentation gelesen und verstanden habe, und sie respektiere.

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#1259 Andreas Pizsa says on April 24, 2007 at 11:16 pm
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> Wichtig ist mir aber zu sagen, dass ich deine Argumentation gelesen und verstanden habe, und sie respektiere.

Das ist jetzt aber schade, wenn offenbar schon unser beider Verständnis von Respekt so deutlich auseinander klafft.

A.

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#1260 Helge says on April 24, 2007 at 11:32 pm
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sorry, für diese diskussion fehlt mir einfach die zeit.

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#1261 Andreas Pizsa says on April 24, 2007 at 11:40 pm
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Da tu’ ich mir mit dem Verständnis deutlich leichter ;)

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