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Communitynotizen

August 9, 2006

Alt aber gut, das Buch Community Building on the Web von Amy Jo Kim. Hab jetzt erst entdeckt, dass große Teile online stehen, wie zb. ihre Nine Timeless Design Strategies. (M.E. die wichtigste davon: Purpose.)

Sechs Jahre nach Veröffentlichung würde ich die allerdings ergänzen: Places – ich halte für wichtig, wie diese Places organisiert sind. "Public Places", wie Chats und Foren bieten den Lautesten den meisten Raum, ein Gleichgewicht zwischen Usern lässt sich schwer herstellen (weshalb auch komplexe Moderatoren/Superuser-Strukturen notwendig sind, um die User im Zaum zu halten). "Personal Places", wie beispielsweise die Kommentarfunktion unterhalb dieses Eintrags oder ein Gästebuch, sind dagegen leichter ins Gleichgewicht zu bringen. Jeder weiß, dass er sich hier in meinem Wohnzimmer befindet und ich die Regeln aufstelle. Nicht nur dass niemand "Zensur" schreit, wenn ich was Unpassendes lösche, in fremden Wohnzimmern wird man auch nicht so schnell frech wie in den Public Places. Ein Grund, warum ich Weblogs für ein wichtiges Community-Tool halte. In der (von mir konzipierten) Community Shapeshifters sind wir so weit gegangen, ausschließlich auf Weblog-Beiträge zu setzen, die dann lediglich thematisch aggregiert werden. Hat u.a. den Vorteil der Selbstorganisation, ganz ohne Staff und Superuser-Strukturen. Technorati oder Politikblogs.at gehen noch einen Schritt weiter und aggregieren nur noch unabhängige Quellen.

Und eine zehnte Designstrategie würde ich hinzufügen: Openness. Früher haben wir Communities als Inseln konzipiert und sorgsam von anderen Inseln abgeschottet. Diskussionsforen und Userprofile für Suchmaschinen zu öffnen und anonyme Kommentare zuzulassen war da schon vergleichsweise innovativ. Heute hat die Offenheit einen anderen Grad erreicht:

  • Inhalte sind parallel auch über APIs (und RSS) verfügbar, andere Tools und Services können diese Daten wiederverwenden. Bestes Beispiel ist Flickr, die Flickr-Mashups sind Legion.
  • Eine API hilft Usern auch, ihre eigenen Bookmarklets, Toolbars, Desktop- oder Weblog-Widgets zu bauen.
  • Kleine Widgets für Weblogs und Personal Homepages tragen die Community hinaus ins Web. Beispiele: Flickr Badge, Del.icio.us Network Badge, die Embed-Codes von Youtube & co, die Charts von Last.fm, die Skype-Buttons, etc.
  • Selbst die Userdaten müssen nicht mehr unbedingt (nur) in der eigenen Datenbank liegen, hier gibt es Alternativen: OpenID, Typekey, Sorua. Zb. bei Kommentarfunktion recht nützlich. Besser als unfreiwillig.
  • Und das Fundament der Offenheit: Permanente und erreichbare URLs. Auf Inhalte die hinter Logins versteckt sind oder wie in Gästebüchern mit anderen auf einer Seite zusammengemischt werden (und je nach Alter ihre URLs wechseln oder ganz verschwinden), kann man sich nicht beziehen. Siehe The Importance of Being Permanent.
  • Und letztendlich gehört auch eine suchmaschinentaugliche Aufbereitung dazu. Der User darf erwarten, die wichtigsten Seiten zu "foo" auch zu finden, wenn er "foo" googelt. Eine seite über "foo" muss also nicht nur erreichbar sein, "foo" muss zb. auch im Seitentitel und in den Links auf diese Seite stehen.

Update: Passend zum Thema Permalinks: "Amazon doesn’t get Links"


 

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1 Comment
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[…] Und mir fehlt die Öffnung nach außen (zb. durch RSS-Feeds, vernünftige Permalinks, OpenID, o.ä.) und für außen (Möglichkeit der Einbindung von Inhalten von Flickr, Youtube & co, Aggregation von Blog-Posts, etc.). Walled-Gardens sind so gar nicht webzweinullig. Siehe auch meine Communiynotizen. […]

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