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mopti und der kommissar

January 24, 2000

 market day in mopti, mali sahara salt which had been transported from far north on camel backs and on the niger river for sale in moptikurz vor mopti haben wir uns gestern spät abends einen schlafplatz in der ebene gesucht, heute wollen wir die stadt besuchen. mopti ist ein reges handelszentrum an den flüssen bani und niger, im hafen tummeln sich schmale pirogen und überladene pinassen. die stadt ist mit einem 13 kilometer langen damm durch die sümpfe mit dem festland verbunden. an der stadteinfahrt diskutieren wir noch, ob die meldepflicht bei der polizei noch besteht, die im reiseführer erwähnt wird. wir beschließen zu warten, ob uns jemand darauf hinweist, was nicht passiert.

 a roadside pharmacy: the illustrations help illiterate customers find the right remedy. boy transporting back his sheep from a tiny river island in the eveningwir haben hunger und finden die bar bozo, direkt am hafenbecken gelegen. dort tummeln sich holzschiffe und händler, der hafen ist der umschlagplatz für sahara-salz aus dem norden (mit kamelen und pirogen werden die schweren platten antransportiert), getrockneten und geräucherten fisch aus dem fluss und aus dem senegal, gemüse aus dem süden des landes, kalebassen aus dem umland und datteln aus dem norden.

  piroge with improvised sails on niger river tischler und andere handwerker fertigen, reparieren und verkaufen direkt am hafenbecken ihre produkte und die jugend spielt um ein paar groschen an selbstgebauten tischen tischfußball. obwohl mopti als verbindung zwischen timbuktu, bamako und dem dogon-land auch das touristische zentrum des landes ist, lächelt man uns überall freundlich entgegen, fotoapparate provozieren keine bösen blicke wie in bamako. lediglich ein paar jugendliche bieten ziemlich aufdringlich ihre dienste als führer an und sind kaum abzuschütteln.

wickel mit der polizei

  die sonne steht schon tief und taucht die bunt bemalten pirogen und das rege treiben in ein warmes licht. nach sonnenuntergang brechen wir auf, klaus und ich beschließen, die autofahrt nach örtlichem brauch am dach zu verbringen, weit kommen wir aber nicht. ein polizist holt uns in einem alten citroen ein und nimmt uns mit auf’s kommissariat. er ist hier der chef de commissariat und sehr böse. mitfahren am dach ist nicht erlaubt, zumindest nicht für touristen, die meldepflicht haben wir missachtet und, hoppala, was ist denn das für eine versicherung? der aufkleber der wiener verkehrsbetriebe zieht zwar, auch die liste der repräsentationen der österreichischen versicherungsgesellschaft ist umfangreich, mali fehlt jedoch (verständlicherwiese, gilt der schein doch nur in europa). nach einer längeren standpauke zahlen wir je 2000 francs für den stempel im pass und 5000 francs als strafe für das ungebührliche am-dach-fahren. ohne quittung, mit würde es 9000 kosten und sonst müsste man sich noch um die versicherung kümmern…

 obwohl es bereits dunkel ist fahren wir noch die piste über bandiagara bis zur “falaise”, eine 150 kilometer lange, bis zu 300 meter hohe sandsteinklippe, die sich mitten durch die ebene zieht. hier lebt das stolze volk der dogon, die wir besuchen wollen. wir suchen uns einen schlafplatz in den felsen des plateaus. es ist schon mitternacht, aber ich will nicht gleich schlafen und wandere im licht des vollmonds durch die felsen zur falaise. ich sitze lang an der felskante und genieße die weite savanne, die hunderte meter unter mir im mondschein liegt.


 

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1 Comment
#2 christian says on August 21, 2004 at 12:26 pm
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sehr informativ und interessant!!!!
tolle seite!!!

frage: knnte ich vieleicht noch einige infos zu euren transportmitteln geschickt bekommen? ich und drei freunde fahren im rahmen unseres studiums nach mali und sind jetzt in der vorbereitungsphase.
wir wrden uns ber jede hilfe freuen!
gru
christian

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