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monsieur drabo erzählt

January 21, 2000

klaus hat am vormittag einen termin bei souleymane drabo, dem chefredakteur der staatlichen tageszeitung “l’essor” und der malischen presseagentur AMAP. ich bin als “pressefotograf” dabei. wir versuchen, etwas über die soziale und politische situation zu erfahren.

interview mit dem staatlichen pressechef

mali ist zwar eine für afrikanische verhältnisse stabile demokratie, zählt aber zu den ärmsten ländern der welt und steht – hochverschuldet – unter der kuratel der weltbank. vor allem in den bereichen bildung, gesundheitsvorsorge und infrastruktur ist das 10-millionen-einwohner-land von internationaler hilfe abhängig. der anteil der analphabeten liegt bei 90 prozent. schätzungen der WHO zufolge sind 30 prozent der bevölkerung mit HIV infiziert, wobei die krankheit selbst nur selten als todesursache erkannt wird. man stirbt etwa an lungenentzündung oder grippe, die immunschwäche wird nicht wahrgenommen. sexualität ist ein tabuthema, was staatliche aufklärungskampagnen erschwert. die lebenserwartung liegt in mali bei 47 jahren, von sechs kindern erleben nur fünf ihren ersten geburtstag.

zur sprache kommt auch das problem der beschneidung von frauen: vor allem hier im süden des landes wird einem teil der mädchen auf schmerzhafte weise die klitoris entfernt. dagegen gebe es nur wenig widerstand, bedauert drabo – nicht einmal von seiten der frauen. daher sei die beschneidung in mali auch nicht verboten, und die aufklärung greife selbst in der hauptstadt bamako zu kurz.

zum abschluss verschafft uns monsieur drabo eine offizielle genehmigung des kommunikationsministeriums, auch öffentliche gebäude fotografieren zu dürfen.

das ganze dauert bis spät nachmittags, so kommen wir nicht einmal bis ségou und suchen uns einen schlafplatz in der pampa.


 

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