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our campsite in the southern mauritanian desert am morgen können wir sehen, an welchem ort wir hier gelandet sind: am rande einer 50 meter hohen felswand, zwischen bäumen und dünen auf einer großen, menschenleeren tiefebene. hat jemand die daktari-folge mit dem leoparden gesehen? da sah’s genauso aus. wir finden wieder jede menge frische spuren im sand, diesmal ist eine große wildkatze dabei. kann bitte wer nachschauen, ob es im südosten mauretaniens leoparden gibt?

  ursprünglich wollten wir die straße der hoffnung bis an ihr ende, nach nema fahren. schon in nouadibou warnten uns ein paar sahara-veteranen vor der korrupten polizei in nema und gelegentlichen überfüllen durch tuareg auf der piste nach nara, mali. also besorgten wir uns die GPS-punkte einer piste, die schon vor nema abzweigt. da uns aber immer wieder freundliche straßensperrenpolizisten und ein paar andere saharafahrer die piste tintane-nioro ans herz legten, biegen wir kurzerhand nach einer vagen beschreibung am ortsende von tintane rechts ab und schenken uns die 340 kilometer asphalt bis nema. ob das die richtige abzweigung war?

200km querfeldein durch die savanne

 the route to mali was a tough one: 200km with an average of 20km/h..  first impression in mali: friendly kids die piste besteht nur aus einer dünnen, tiefen und sandigen spur durch das spärliche gras, also fragen wir die erstbesten kamelhirten, ob das auch der weg nach foulani sei. foulani ist auf der legendären michelin-karte 953 als grenzort eingezeichnet. die hirten nicken, also weiter. die piste ist schwierig: sehr sandig und vor allem holprig. 30 km/h ist das höchste der gefühle. so werden wir wohl für die nächsten 200 kilometer etwas länger brauchen.

immer klarer wandelt sich die wüstenlandschaft zur von trockenem steppengras bedeckten, mit einzelnen bäumen und vielen büschen bewachsenen sahel-zone. die ersten affenbrotbäume tauchen auf. unzählige kamele, ziegen, esel und rinder nagen an den trockenen halmen und treiben die desertifikation voran. am deutlichsten zu sehen rund um dörfer und wasserlöcher, die herden trampeln die vegetation nieder und verdichten den boden, der trocknet aus und wird zu sand. einen kilometer rund um dörfer wächst nichts mehr, wir müssen mit vollgas zwischen den lehmhütten durch, um nicht im sand steckenzubleiben. durch den wind formiert sich der sand an anderer stelle zu dünen, die dann über das land wandern und weder vor häusern, feldern oder wegen halt machen.

wir wechseln uns alle 30 kilometer am lenkrad ab, für den beifahrer ist diese strecke die reinste qual. (für die stoßdämpfer übrigens auch.) nach 140 kilometer kommen wir unerwartet in ein größeres dorf, wo wir ebenso unerwartet vom zoll angehalten werden. wir sind scheinbar von der piste nach foulani abgekommen und in einem ort namens medibougou gelandet. weder ort noch piste existieren auf unserer karte. hier müssen wir grenzformalitäten bei zoll und polizei erledigen. da das ganze überraschend kommt, haben wir keine zeit, die verbleibenden 5000 ouiguiya (circa 400 schilling, in diesem land das durchschnittliche wocheneinkommen) zu verstecken oder auszugeben, denn die ausfuhr ist verboten. so freut sich der zöllner, der die quittung grinsen d mit dem hinweis auf die sonst angeblich fünffache strafe verweigert.

nach weiteren 40 kilometern wüster piste kommen wir nach nioro, einer kleinstadt im nordwesten malis. zoll und polizei haben schon zu, also suchen wir uns ein zimmer im scheinbar einzigen hotel. das zimmer ist mehr als dreckig (wir verwenden unsere iso-matten um uns vor der matratze zu schätzen), das hotel ein stundenhotel, die käuflichen minderjährig, die leute hier grundsätzlich aber sehr freundlich. ein freundliche hotelgast, er hat in frankreich studiert und ist im auftrag der staatlichen stromgesellschaft im nordosten des landes unterwegs, schenkt uns datteln und sprüht unser zimmer mit insektenspray aus – malaria ist hier allgegenwärtig.


 

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