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zum xten mal stellen sich alle fahrzeuge in einer langen reihe auf, nach einer halben stunde werden die pässe ausgegeben und die autos auf die reise geschickt. der asphalt endet hier endgültig, wir werden wohl erst nach 700 kilometern wüste wieder welchen zu gesicht bekommen. nach zwei minuten der nächste checkpoint, wieder alles in einer reihe aufgestellt, schon sind fast zwei stunden vergangen, und wir werden einzeln auf die reise geschickt, mit der warnung, auf keinen fall ausserhalb der ausgefahrenen spuren zu fahren: das ganze gebiet ist vermint.

was soll man im minenfeld nicht machen? falsch abbiegen.

nach einem kilometer kommen wir an einem ausgebrannten vw-bus vorbei, vor uns auf einmal vollbepackte mauretanische pick-ups, die in die selbe richtung fahren, wir natürlich hinten nach und mit uns der ganze konvoi. nach einigen kilometern schlaglöchern und sandfeldern, in denen einige PKWs hängen bleiben, hält uns einer der pick-ups auf: wir sind versehentlich auf eine schmugglerpiste gelangt, die nicht nach nouadibouh, sondern direkt in die mauretanische wüste fährt. also wenden, auf vermintem gebiet eine aufgabe für sich. der dicke rally-benz voran, wir hinten nach und hinter uns der konvoi. aber wo war die abzweigung? mit hilfe unseres GPS-gerätes ist sie irgendwann gefunden, wir fahren richtung grenze. kurz vor dem ersten mauretanischen posten direkt neben der piste die zerfetzten teile eines land rovers; ein franzose, der 1996 auf eine mine fuhr, als er glaubte überholen zu müssen. mittlerweile ist es mittag und wir haben erst 10 kilometer hinter uns.

die mauretanier spielen das gleiche spiel: in reih und glied aufstellen, devisenerklärung ausfüllen, zulassungsscheine abgeben, an einer steinhütte anstellen, die üblichen angaben, pässe abgeben. wieder zwei stunden vorüber. abfahrt durch ein großes sandfeld, busse und PKWs bleiben stecken, zusammenwarten, zwei stunden später weiterfahrt. so geht es den rest des tages im schneckentempo, bis wir nach 40 kilometer an die bahnlinie nach choum kommen, sie trägt die längsten züge der welt. dort beginnt alles von neuem: aufstellen, die üblichen daten, weiterfahrt nach einer stunde, nach zwei kilometern wieder ein checkpoint, langsam wird es dunkel, aufstellen, zwei stunden warten, zoll und militär müssen erst ihr abendgebet verrichten, gegessen haben sie auch noch nichts, ist ja rammadan.

da finden wir amaya, besser gesagt er uns, er fährt das hotel sahara und uns durch die formalitäten. wir sind als erstes raus und ernten neidische blicke. mit den den schweizern, die mit uns gekommen sind, werden wir vielleicht ab morgen durch die wüste fahren, ohne führer, auch wenn hier deshalb alle entsetzt den kopf schütteln, aber das ist ihr job.

jetzt wird aber noch schnell geld gewechselt, das spielgeld hier heißt ouiguiya und wird gleich mal zum essen ausgegeben, schließlich haben wir heute den rammadan genauso eingehalten wir die mauretanier, nur unfreiwillg.

morgen müssen wir erst alle einreiseformalitäten erledigen: polizei, versicherung, zoll, nationalparkgebühr. ohne schmiergeld wird das wohl nicht abgehen, wenn wir in diesem drecksnest nicht noch länger festsitzen wollen.


 

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