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der tag des konvois

January 4, 2000

am morgen müssen wir endgültig neu packen. vier 20l-kanister werden mit diesel gefüllt, weitere fünf mit wasser. die – jetzt zu schweren – kanister also runter vom dach, in den kofferraum und den rest der sachen aufs dach. um 9h sind wir wie vorgeschrieben beim checkpoint am eingang der stadt. keiner da.

120 wahnsinnige und eine handvoll korrupter polizisten

im laufe der nächsten vier stunden trudeln insgesamt circa hundert fahrzeuge ein, ein recht bunter haufen: zig franzosen, die alte peugeots und sonstige marken nach afrika verschieben, zwei bayern die sich aus abenteuerlust einen alten landcruiser (unserer ist älter) gekauft haben, den sie dann im senegal verscherbeln, ein brite mit seinem uralt-land rover, mit dem er in den nächsten monaten bis nach kapstadt will, ein franzose der seit zehn jahren in afrika unterwegs ist, unter anderm als begleitfahrer der rally paris-dakar, mit frau, hund und papagei in zwei landcruisern, drei deutsche in ihrem riesen-350ps-benz-lkw, mit dem sie letztes jahr an der rally teilnahmen, vier schweizer, die sich nur für die tour nach dakar einen sauteuren defender gekauft haben und viele mehr.

bis drei uhr nachmittags müssen wir warten bis das marokkanische militär, die polizei, der zoll und der amtsarzt uns und alle anderen teilnehmer des konvois gecheckt haben und in einer reihe aufstellen lassen. die pässe werden uns abgenommen, die kriegen wir angeblich an der mauretanischen grenze wieder. der fremdenpolizist will unbedingt bakshish von uns, ich setze mein dämliches grinsen auf und nicke bei jedem satz des polizisten freundlich. wir zahlen nichts.

es geht los. 320 kilometer führt die mittlerweile an die 20 kilometer lange karavane durch einsame steinwüste bis zu einem militärposten, wo wir unser nachtlager aufschlagen. ich schlafe in der hängematte, zwischen dem dachträger des britischen land rovers und unserem befestigt. allerdings nur die halbe nacht, dann flüchte ich ins auto: zu kalt, wieder mal nur 5° celsius. gerald hat bessere ausrüstung und schläft im sand, joe hat seine matte vergessen und schläft im auto.

wir sind jetzt nur noch 60 kilometer von der mauretanischen grenze entfernt, dem angeblich korruptesten grenzübergang afrikas. on va voir.


 

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