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das dorf am fluss

January 18, 2000

 boabab in the morning am morgen sehen wir erst was für einen spannenden schlafplatz wir uns gestern in der dunkelheit ausgesucht haben. die gruppe hoher, ausladender bäume in der weiten savanne, in deren mitte wir heute nacht richard attenborough lauschen durften, ist das reinste vogelparadies. als ornithologische ribisl erkennen wir nur papageien, kanarien- und webervögel. die farben und gesänge der anderen, uns unbekannten, sind nicht weniger spannend. hier gefällt es uns und wir bleiben bis mittag, als es uns auch im schatten zu heiß wird. gerald liest hesse’s glasperlenspiel und kriegt einen ziemlichen schrecken, als ihm eine grün-braune schlange über den unterschenkel kriecht. eine herde buckelrinder mit furchterregenden hörnern zieht gemächlich mitten durch unser lager, eine herde kinder vom nächsten kral besucht uns und will fotografiert werden.

wir fahren zurück nach ségou, um im le golfe einen happen zwischen die zähne zu kriegen. anschließend suchen wir das dorf ségou-koro, alt-segou, früher residenz und herrschaftszentrum der bambara-könige. der letzte von ihnen liegt hier begraben.

alt-ségou, wunderschönes lehmdorf am flussufer

  wir besuchen den chéf du village, der uns ein bisschen von der dorfgeschichte erzählt, fotografieren erlaubt und uns 5000 CFA, umgerechnet 100 schilling oder 15 mark, für den bau einer krankenstation abknöpft. das dorf besteht aus vielen, aneinandergereihten lehmhütten und liegt direkt am ufer des niger, wo fischer in ihren pirogen netze auswerfen oder kleine schafherden von den flussinseln herüber holen und halbnackte junge frauen wäsche waschen. in den gassen wird mehl gestampft und fisch und gemüse verkauft. wie in vielen dörfern malis gibt es auch hier einen nagelneuen brunnen, ein “gift from the kingdom of saudi-arabia to the people of mali”. jeder grüßt uns mit “bon soir! ca va? et la famille?”

  die ganze zeit begleitet uns eine horde kinder, die uns an der hand herumführen und keine gelegenheit auslassen, nach “argent” oder einem “bic” zu fragen. kinder kriegen von uns nichts, da sie nicht lernen sollen, dass sich betteln mehr auszahlt als in die schule gehen. bei behinderten oder verstoßenen frauen ist das etwas anderes, ebenso bei einer spende an den chéf du village oder den dorflehrer. so sind sie dann auch enttäuscht, als sie leer ausgehen, andere besucher vor uns dachten da offensichtlich anders.

 the mosque of segou koro, maliden sonnenuntergang genießen wir am ufer des niger, anschließend gehen wir wieder auf schlafplatzsuche. diesmal erwischen wir eine gegend mit ziemlich dichter vegetation, nach einiger zeit hat sich unser landcruiser den weg zu einer kleinen lichtung freigekämpft, in ausreichender entfernung zur straße. die nacht wird kühler, heute werden wir wohl im statt auf dem schlafsack schlafen.


 

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