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burkina wir kommen!

January 26, 2000

von einem wunderschönen sonnenaufgang werden wir auf moussa’s flachdach geweckt. ein konzert von hahnenschreien hallt von der großen felswand wider und die frauen des dorfes sind längst am weg vom und zum brunnen. mit 20 liter großen tonkrügen am kopf gehen sie mehrmals den steilen weg zu ihren hätten. wir besuchen noch ein paar alte, die die stöcke einer frisch geschlachteten ziege verteilen, auch moussa bekommt etwas ab. klaus und ich interessieren uns für zwei handgeschnitzte alte hocker, moussa für “zivilisationsware”. so tauschen wir einen wasserkanister, ein paar schuhe, etwas gewand, ein paar feuerzeuge und einen reisewecker gegen die beiden prachtstücke. später plagt uns dann das schlechte gewissen, so was wie uhrzeit und vor allem einen wecker in die wunderbare welt der dogon gebracht zu haben.

von der wunderbaren welt der dogon zu den freundlichen burkinabés

wir wollen noch das dorf banani besuchen, hier sollen besonders schöne felswohnungen der telem zu sehen sein. schon vor dem dorf werden wir von einer gruppe aufdringlicher guides bedrängt, wir flüchten in ein “café”, das der chef du village führt. er ist hier kein colanuss kauender greis, sondern französisch sprechender wirt und umtriebiger besitzer eines antiquitätengeschäfts. das dorf ist ziel von gruppentouristen, wir haben aber wenig lust auf disneyland und aufdringliche jugend, verbinden noch die verschiedensten wunden von einem halben dutzend kinder und entscheiden, gleich richtung burkina aufzubrechen.

bis zum grenzdorf nehmen wir einen burschen mit, der sich über das gratis taxi freut und uns dafür durch das gewirr von savannenpisten und -dörfern lotst. in vielen dürfern stehen mit aufwendigen schnitzerreien verzierten togunas, die “häuser der worte”, in denen die dorfältesten liegend rat halten. sie sind zu niedrig um darin zu stehen, damit sich den kopf anschlage, wer im streit aufspringt. in koro, dem grenzort, erledigen wir unsere grenzformalitäten und – finden unser laisser passer nicht, ohne das die ausreise aus mali mit einem auto unmöglich ist. zu unserer größten verwunderung lassen uns die zöllner ziehen, als sie sehen, dass wir’s wohl nicht mehr finden. sie wollten nicht mal bakshish, hat ja doch was positives, wenn man sich eine woche nicht duscht.

es ist schon dunkel, wir fahren trotzdem die piste weiter richtung grenze. die staatsgrenze zu burkina faso macht sich durch die plötzliche verbesserung der piste zu einer staubstraße und durch die exotische existenz von ortstafeln, verkehrsschildern und kilometersteinen bemerkbar. 15 kilometer später die grenzposten von polizei, zoll und militär – und die freundlichsten beamten der ganzen fahrt. was für ein unterschied zur einreise in mauretanien! in der ersten stadt am weg essen wir jede menge guter sachen, und alles kostet nur mehr halbsoviel wie in mali. sogar straßenbeleuchtung gibt es hier und wir werden vor allem überall äusserst freundlich empfangen. es ist ein gutes gefühl, in burkina faso, dem “land der würde”, anzukommen. und es sind nur mehr ein paar hundert kilometer bis zu unserem ziel.


 

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